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Ludwig Pichler | Psychotherapie - Coaching - Supervision

Personzentrierte Supervision – die andere Art hinzusehen

Angeboten im Einzel- oder Teamsetting, speziell für Menschen, welche im sozialpädagogischen Bereich tätig sind. Generell arbeite ich hier mit meinem psychotherapeutischen Hintergrund überwiegend mit Personen, welche beruflich mit konkreten Problemsituationen oder Herausforderungen konfrontiert sind. Oft ist die größte Herausforderung der Beteiligten die Loslösung vom Gefühl des „sich ident mit dem jeweiligen Problem Fühlens“. Der Begriff Supervision besagt eine distanzierte, erhöhte Schau der eigentlichen Sache, durch die man, einer objektiven Wahrnehmung sich annähernd und weniger belastet, handlungsfähig wird. Probleme können so gelöst, Herausforderungen gemeistert werden.

Was genau ist Personzentrierte Supervision?

Personzentrierte Supervision richtet sich an Menschen in ihren beruflichen Bezügen. Hierbei steht eine kongruente, gerechte und partizipative Gestaltung der Arbeitswelt der betroffenen Personen, Teams und Organisationen im Fokus. Personzentrierte Supervisoren machen ihren Supervisanden ein spezifisches Beziehungsangebot. Sie begegnen ihnen mit einer respektvollen, wertschätzenden, präsenten und authentischen Haltung. Dies unterstützt die Aktualisierung der Persönlichkeit im Beruf und ihre Entwicklung. Der Blick des Supervisanden richtet sich dabei einerseits nach innen: In der Selbstexploration klärt und begreift er sich in seiner beruflichen Situation, seinem Erleben, seinem (beruflichen) Selbstkonzept. Hier kommt er sich näher und wird sich klarer. Andererseits richtet sich sein Blick nach außen und auf die Situation und Botschaft des beruflichen Gegenübers (z. B. Klienten, Kollegen, Vorgesetzte, Mitarbeiter) und die institutionellen Bedingungen (z. B. seine Rolle und seinen Auftrag, seine Rahmenbedingungen und die Organisationskultur). Für sein zukünftiges berufliches Handeln ist es wichtig, dass er die Interaktionspartner versteht und gleichzeitig die Rahmenbedingungen klärt. Auf dieser Grundlage kann er Lösungen entwickeln und professionell wachsen.

Die typischen Themenfelder in Supervisionen sind:

  • die Person des Supervisanden im Beruf, sein Erleben, seine persönlichen Anteile an beruflichen Problemen, seine Arbeitsauffassung, seine Berufsidentität, Fragen des Selbstmanagements und der Work-Life Balance
  • die Berufsrolle des Supervisanden, die Erwartungen von außen, die zugeschriebenen Kompetenzen und Anforderungsprofile, die Position im Gesamtgefüge der Organisation, der berufliche Auftrag und das rollenangemessene Handeln
  • berufliche Interaktion und Beziehungsgestaltung, Teamdynamik, berufliche Konflikte mit Kollegen, Vorgesetzten, Mitarbeitern etc.
  • Klienten oder Kunden des Supervisanden, das Verständnis für sie und der konstruktive Umgang mit ihnen
  • institutionelle Rahmenbedingungen und die Struktur der Organisation
  • Workflows, Ausstattung, Klima in der Organisation und Organisationskultur, Normen, Werte, Ziele und das Leitbild der Organisation

Welche persönlichen Voraussetzungen sollten personzentrierte Supervisoren mitbringen?

Personzentrierte Supervisoren verfügen über eine besondere Beratungskompetenz. Sie begegnen anderen mit Wertschätzung und Annahme, sind gut in der Lage, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen und den Supervisanden in seinem Selbstkonzept zu verstehen. Diese Haltung bringen sie auch miteinander in Konflikt stehenden Personen und Parteien entgegen. Sie sind präsent und echt und bringen sich in den Klärungsprozess ein. Sie haben Erfahrungen in der Arbeitswelt und interessieren sich für aktuelle Entwicklungen im Arbeitsleben. Sie können die Selbstklärung des Supervisanden auch mit ihrem Wissen um institutionelle Prozesse und Instrumente beruflichen Handelns unterstützen.

(Quelle: www.gwg-ev.org)

Literaturtipps dazu:

  • Frenzel, P. (2000): Personzentrierte Supervision: Entwicklung durch dialogische Kreation funktionaler Wirklichkeiten in Umwelten der Organisation. Zeitschrift Person, 2/2000.
  • Schlechtriemen, M. und Wörsdörfer, P. (2016): Den Wandel managen. In: Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung, 4/2016.
  • Schlechtriemen, M. und Wörsdörfer, P. (2016): Lösungen Raum geben: Personzentrierte Supervision in der Praxis. In: Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung, 4/2016.
  • Schlechtriemen, M. und Wörsdörfer, P. (2017). Neue Perspektiven entwickeln: Personzentrierte Supervision in der Praxis. In: Gesprächspsychotherapie und Personzentrierte Beratung, 1/2017.